Obstbäume sind erlaubt!
Wald- und Parkbäume mit Wuchshöhen über 3 Meter sind in unseren Gärten nicht zulässig (>Waldbäume). Ein Garten ganz ohne Bäume muss aber auch nicht sein. Warum also nicht als Alternative Obstbäume pflanzen?



Obstanbau ist ja ohnehin grundlegender Bestandteil der kleingärtnerischen Nutzung des Gartens.
Im folgenden möchten wir einige Tipps zur Auswahl von Obstbäumen geben
Wuchs- und Baumformen
Hier die gängigen Formen am Beispiel des Apfelbaums, bei anderem Kernobst wie z.B. Birne und bei Steinobst (Pflaume, Kirsche usw.) gibt es Abweichungen

Achtung: Die Bäume sind nicht erst am Ende ihrer Lebenszeit so hoch wie hier angegeben. Schon nach 5 – 10 Jahren haben die schwachwachsenden, nach 10 – 20 Jahren die mittelstark- und starkwachsenden Bäume zumindest ohne Schnittmaßnahmen einen Großteil ihrer maximalen Höhe erreicht!
Nach Tz. 3.3.1 der Gartenordnung sind bei Kern- und Steinobstgehölzen Niederstämme, die als Busch, Spindel-, Spalier oder Säulenbaum veredelt sind, der kleingärtnerischen Nutzung angemessen. Als Schattenspender können Halbstammobstbäume angepflanzt werden. Hochstämme sind für einen Kleingarten zu groß und sollen deshalb nicht gepflanzt werden.
Beim Kauf eines Obstbaums muss also unbedingt auf den schwachen und höchstens mittelstarken Wuchs, d.h. auf die richtige Veredelungsunterlage geachtet werden. Ein Kauf nicht ausreichend gekennzeichneter Bäume (z.B. Billigware) empfiehlt sich nicht; auch weil man vielleicht erst nach Jahren merkt, dass der Baum zu klein oder zu groß ist und die gewünschte optische Gestaltung des Gartens beeinträchtigt.
Standortansprüche
Nicht jeder Obstbaum wächst auf jedem Boden! Zum Beispiel kann im Garten Kernobst gut wachsen, Steinobst fühlt sich aber gar nicht wohl und kümmert vor sich hin. Das gilt auch für unsere verschiedenen Gartenanlagen, und selbst innerhalb der einzelnen Gartenanlage kann es Unterschiede geben. Vor dem Kauf also bei den Gartennachbarn oder den Obleuten nachfragen!
Selbst wenn Kern- und Steinobst in der Gartenanlage grundsätzlich gleich gut wachsen: Bodenmüdigkeit beachten! Obstbäume wachsen jedenfalls nicht mehr gut oder gar nicht mehr, wenn sie an derselben Stelle nachgepflanzt werden, an der zuvor bereits Bäume der gleichen Art oder Familie standen. Daher sollte auf einen Steinobstbaum immer ein Kernobstbaum folgen oder umgekehrt. Dies muss auch bedacht werden, bevor man einen Obstbaum fällt.
Außerdem muss beachtet werden, dass viele Obstbäume andere Sorten als Befruchter brauchen. Sind diese anderen Sorten in der Nähe nicht vorhanden, gibt es im Herbst keinen oder nur wenigen Obstertrag. So braucht z.B. der Apfel „Roter Boskoop“ als Befruchter einen Apfelbaum der Sorten Cox, Gloster, Idared, Alkmene, Berlepsch, James Grieve oder Klarapfel in der Nähe. Vor dem Kauf eines Obstbaums also prüfen/ beim Händler erfragen, ob andere Befruchtersorten notwendig sind, ob diese in der Gartenanlage vorhanden sind oder aber ob ein weiterer Obstbaum als Befruchter gleich mit gekauft werden muss.
Bei der Anpflanzung eines Birnbaums sollte eine Sorte mit größtmöglicher Resistenz gegen Birnengitterrost gewählt werden. Es ist nämlich nicht immer erkennbar, ob in der Gartenanlage oder aber ihrer näheren Umgebung nicht doch ein Wacholderstrauch wächst, von dem aus der Pilz den Birnbaum befallen kann.
Wenn Rehe in den Garten kommen können, müssen junge Obstbäume mindestens im Winter vor Verbiss geschützt werden! Also beim Kauf des Baums auch gleich an z.B. Maschendraht denken.
Unterstützung durch den Verein
Der Verein bietet seinen Kleingärtnern Fachberatung auch zu Fragen rund um den Obstbaum an.
Außerdem bieten wir (ziemlich regelmäßig) im Frühjahr jeden Jahres Kurse zu Schnitt und Veredelung von Obstbäumen an. Gerne auch schon im laufenden Jahr Interesse an der Teilnahme zu einem solchen Kurs bei uns anmelden oder vielleicht sogar weitere Kursthemen vorschlagen (>Kontakt). Je mehr Menschen, um so eher kommt ein Kurs zustande.


Abschließend sei noch auf akowia e.V., den Verein zum Schutz und der Erhaltung von Streuobstwiesen hingewiesen. Der Verein betreut u.a. auch die öffentlich zugängliche große Streuobstwiese hier in Kiel beim Naturerlebniszentrum Kollhorst (am Skandinaviendamm). Ein Besuch lohnt sich wegen der vielen verschiedenen alten Apfelsorten, ganz besonders im Herbst, wenn man auch von den Falläpfeln probieren kann.
